Nachruf Wolfgang Renner

Wolfgang Renner

Wolfgang Renner

Für unseren lieben Wölfi

Am 7. Juli 2026 erreichte mich die Nachricht, dass Wolfgang Renner in der Nacht zuvor zu Hause plötzlich und unerwartet verstorben ist. Für mich und für alle anderen, die ihn kannten, ist dies noch immer unfassbar. Es ist nicht übertrieben zu sagen, die Erfurter Schachwelt steht unter Schock. Wolfgang wurde nur 54 Jahre alt.

Da ich zudem noch gut befreundet mit ihm war, fällt es mir nicht leicht, diese Zeilen zu schreiben. Auch, weil die Erlebnisse, die ich mit ihm teilen konnte, ein ganzes Buch füllen würden.
Wolfgang hatte aus meiner Sicht drei große Leidenschaften: Schach, Reisen und das Wasser des Lebens.

Natürlich war Wolfgang, ab dem 01. März 1984 in der Schachabteilung des SV Empor Erfurt angemeldet, ein sehr guter Schachspieler, aber er war vor allem auch ein noch besserer Schachtrainer, Schachorganisator, Schachfunktionär und Schachfreund.

Solange ich mich erinnern kann, hat Wolfgang in der 3. Mannschaft des SV Empor Erfurt die Spitzenbretter vertreten und verteidigt.

Seit Jahrzehnten war er als 2. Vorsitzender im Stadtfachausschuss Schach aktiv. Im Rahmen der Arbeit im SFA hat er aktiv daran mitgewirkt, den Schachsport auf öffentlichen Veranstaltungen den Menschen zu präsentieren und nahezubringen. Zu diesen Events zählten das jährliche Magdeburger Alleefest, „Erfurt bewegt sich“ auf dem Erfurter Anger sowie die Sportveranstaltungen zum 1. Mai auf dem Erfurter Domplatz. Es war faszinierend, zu beobachten, wie intensiv und geduldig Wolfgang mit fremden Kindern und Erwachsenen Schach spielte und ihnen Kniffe und Tricks beibrachte.

Außerdem übte Wolfgang über viele Jahre das Amt des 1. Vorsitzenden des Schachbezirkes Mittelthüringen aus. Gemeinsam mit ihm als Schieds-richter hat Empor Erfurt in den letzten beiden Jahren die Bezirkseinzelmeisterschaft der Erwachsenen ausgerichtet. Für Nachwuchsmeisterschaften der Stadt Erfurt hatte er stets genauso den Hut auf wie für die Bezirkseinzelmeisterschaften der Kinder und Jugendlichen.

Seine zweite große Leidenschaft bestand im Reisen, fremde Länder und Leute kennenlernen, die Welt zu erkunden.

Gemeinsam mit ihm sind wir auf den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas gewandert.

Weiter führten ihn die Reisen in die Ruinenstadt Machu Picchu in Peru, auf die große chinesische Mauer, nach Myanmar, nach Indonesien, zu den Waranen auf Komodo, nach Lhasa (Tibet), Indien und Bhutan, nach Sizilien und Albanien. Auch und gerade weil diese Aufzählung definitiv nicht vollzählig ist, will ich sagen, Wolfgang, diese Träume hast Du Dir erfüllt!

Uisge beatha ist das gälische Wort für „Wasser des Lebens“ und der sprachliche Ursprung des Wortes Whisky. Wolfgang war und das kann ich als dritte Leidenschaft bezeichnen, ein eifriger Sammler und Kenner von insbesondere schottischem Whisky: Für ihn stellte seine Sammlung aber vor allem eine Wertanlage dar.

Sowohl menschlich als auch aus Sicht der Schachsportler, wird es sehr schwer werden, die Lücke, die Wolfgang hinterlässt, zu füllen.

Wer sich von Wolfgang verabschieden möchte, die Trauerfeier findet am 28.07.2026 um 11.30 Uhr in der Heyderstraße 11 in Erfurt, die Urnenbeisetzung um 14.30 Uhr auf dem Erfurter Hauptfriedhof (Eingang West) statt.

Jörg Kompe
Abteilungsleiter Schach
SV Empor Erfurt