Protestentscheidung zum spiel VfL Gera-Hermsdorf

Entscheidung des Landesspielleiters betreffs Protest des VfL Gera zum Handy-Vorfall beim Spiel der 2.Runde LkO gegen Hermsdorf.

Entscheidung zum Protest des VfL 1990 Gera gegen die Entscheidung des Staffelleiters der Landesklasse-Ost, zwecks Wertung der Partie an Brett 2 des Punktspiels vom 21.10.2018 TV 1887 Germania Hermsdorf - VfL 1990 Gera.

1.Sachverhalt

Die Partie zwischen Manuel Baulig und Mike Huster wurde im 46. Zug vom an diesem Tag als Schiedsrichter vor Ort agierenden Matthias Sack (Mannschaftsleiter des TV 1887 Germania Hermsdorf) abgebrochen und mit 1:0 für Baulig gewertet. Grund hierfür war die Benutzung eines Mobiltelefons und das Verlassen des Turnierareals durch den Schachfreund Huster. Beides war vom Schiedsrichter nicht genehmigt.

Dies wird durch den Schachfreund Huster auch nicht bestritten und vom Zeugen SF Hadlich bestätigt.

2.bisherige Entscheidungen und Proteste

- Schiedsrichter vor Ort: 1:0 für Baulig

- Protest des VfL Gera gegen diese Entscheidung beim Staffelleiter

- Entscheidung des Staffelleiters: Protest abgelehnt, 1:0 für Baulig

3.Protest des VfL Gera

Gegen die Entscheidung des Staffelleiters, Karsten Hoffmann, wurde nun durch den Mannschaftsleiter des VfL Gera Protest beim Landesspielleiter eingelegt.Gleichzeitig wird beantragt, die Partie Baulig-Huster mit 0:0 oder ½:½ zu werten.

4.Entscheidung

Der Protest wird abgelehnt und das Ergebnis 1:0 für Baulig bleibt bestehen.   Die Protestgebühr wird einbehalten.

5.Entscheidungsgrundlagen                                                       - Regelwerk der FIDE vom 01.07.2017 mit den Ergänzungen vom 01.01.2018          - Turnierordnung des Thüringer Schachbunds vom 08.04.2017                       - Protest des VfL 1990 Gera                                                     - Stellungnahme von Mike Huster                                                 - Stellungnahme von Matthias Sack                                                - Entscheidung des Staffelleiters Karsten Hoffmann

6.Begründung

Die Benutzung eines Mobiltelefons während der laufenden Partie ohne Genehmigung des Schiedsrichters ist unstrittig und wurde von VfL 1990 Gera sowie von Mike Huster zugegeben.

FIDE-Regel 12.8: „Ohne Genehmigung des Schiedsrichters ist der Gebrauch eines Mobiltelefons oder jeder Art von Kommunikationsmitteln für jedermann im Turnierareal und entsprechend der Bestimmung des Schiedsrichters in allen angrenzenden Bereichen verboten.“ Nach den mir vorliegenden Berichten hat sich Schiedsrichter Matthias Sack bei seiner Entscheidung regelkonform verhalten. Auch die von ihm verhängte Strafe liegt im Ermessensspielraum nach FIDE-Regel 12.9. Auch ist aus den Protestschreiben und mir zugegangenen Berichten nicht ersichtlich, dass sich der VfL 1990 Gera oder Schachfreund Huster um eine Genehmigung zur Benutzung eines Mobiltelefons durch den Schiedsrichter bemüht haben.

Das von VfL Gera bzw. SF Huster angesprochene plötzliche Ereignis, woraufhin er sofort telefonieren musste, war ein von VfL Gera selbst herbeigeführtes „Ereignis“. Siehe auch Stellungnahme SF Huster.

Es waren nämlich schon alle Geraer abgereist und hatten den SF Schönfeld in Hermsdorf „vergessen“, so dass dieser nun von SF Huster wieder nach Gera gefahren werden musste. Bevor diese Spieler abreisten, wäre mit Sicherheit Zeit genug gewesen, den Schiedsrichter im Turnierareal ausfindig zu machen, der sich nach eigenen Angaben im Analyseraum ( er hätte auch auf der Toilette sein können) befand und das Problem mit dem Anruf zu klären.

Die derzeitige familiäre Situation von Mike Huster ist sicherlich nicht einfach. Aber für solche Fälle, sieht FIDE-Regel 12.8 die Genehmigung des Schiedsrichters vor. Im vorliegenden Fall hätte VfL 1990 Gera sich vor Beginn des Wettkampfs um genau diese Genehmigung für Mike Huster bemühen können, ohne dem Schiedrichter alles genau erklären zu müssen.

Im Nachhinein dann auch noch zu unterstellen, dem Schiedsrichter wäre die Gesundheit anderer Menschen unwichtig, passt einfach nicht.                 Zitat aus Bericht Mike Huster: Doch mein Grund (Sorge um die Gesundheit anderer Menschen) spielte offenbar ebenso wenig eine Rolle,...

Hierzu kann ich nur bemerken:                                               Weder einem Schiedsrichter, einem Staffelleiter, dem Landesspielleiter oder einem anderen Funktionsträger im ThSB ist, soweit mir bekannt, die Gesundheit eines Spielers oder dessen Angehörigen egal.

Wer zu Hause einen „kranken“ Angehörigen hat, der muss für sich selbst entscheiden und Prioritäten setzen, fahre ich zum Schachspielen oder kümmere ich mich um den Angehörigen. Dies ist ganz allein sein eigene Entscheidung, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen und kann nicht auf andere abgeschoben werden.

Auf andere Aussagen und Anfragen in den Berichten/Stellungnahmen muss hier nicht eingegangen werden, dass Sie für die Entscheidung des Sachverhaltes nicht wichtig sind.

7.Rechtsbehelfsbelehrung

Gegen diese Entscheidung kann beim Schiedsgericht des ThSB, siehe Turnierordnung des ThSB Protest/Beschwerde eingelegt werden.

Bernd Feldmann/Landesspielleiter ThSB     Schmalkalden, den 22.12.2018                  

 

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