Oberliga: Empor und Medizin auf Reisen

SK Marburg - SV Medizin Erfurt_1In der Oberliga stand am 19./20.11. die erste Doppelrunde auf dem Programm. Nach vier Jahren Unterbrechung - in Medizins Abstiegssaison war man getrennt unterwegs - sind die Erfurter Teams von Empor und Medizin nun wieder Reisepartner. Am vergangenen Wochenende ging es nach Marburg, wo neben dem gastgebenden SK noch der SV Oberursel wartete. Beide Mannschaften sieht das Ligaorakel im Mittelfeld, so dass man sich durchaus Chancen ausrechnete, den einen oder anderen Punkt mitzunehmen.

Diese erhielten auf Seiten Empors jedoch einen frühen Dämpfer. War Mannschaftsleiter Harald Bergmann aufgrund der geplanten Aufstellung (inkl. eines Ersatzspielers auf Abruf) im Vorfeld noch zuversichtlich, musste man nach zwei kurzfristigen Absagen zu siebt antreten.

Nachdem Moritz Weishäutel früh in Verluststellung geriet, lag man bereits 0-2 zurück. Guten Stellungen an den Brettern 1, 3 und 6 standen zu diesem Zeitpunkt schlechte an 5 und 8 gegenüber. Während GM Henrik Teske sicher punktete, verlor Stephan Sieber seine Partie noch und auch Jens Buckan konnte seine Stellung nicht halten. Im Gegenzug suchte Tim Nicolai in schlechterer Stellung seine Chancen im Angriff und profitierte bei seinem Sieg möglicherweise auch von der gegnerischen Zeitnot. Ebenfalls in Zeitnot entschloss sich Peter Michalowski mit Mehrbauern den nächsten Bauern zu nehmen und konnte nach den folgenden Verwicklungen froh sein, noch in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern zu landen. Allerdings besiegelte dieses Remis zugleich die Mannschaftsniederlage. Die längste Partie spielte Wiede Friedrich, der diese für uns kommentierte:

Spannender ging es im Parallelkampf zu, wo Medizin dem favorisierten Team aus Oberursel einen harten Kampf bot. Zu nennen sind hier das Remis von Janis Wehner am Spitzenbrett gegen IM Jacek Dubiel sowie der Holländisch-Sieg Matthias Jakobs - bereits sein zweiter nach der Auftaktrunde. Am Ende konnte leider Matthias Hausknecht sein Endspiel gegen IM Boris Margolin letztlich nicht halten und es stand eine 3,5-4,5-Niederlage.

Am Sonntag wurden die Emporspieler von der Aufstellung Oberursels überrascht: Im Vergleich zum Samstag wurden gleich vier Spieler ersetzt. Moritz Weishäutel nahm mit den schwarzen Steinen ein frühes Remisgebot an. Henrik überlegte lange an einer komplizierten Fortsetzung, spielte sie dann doch nicht und musste sich bei knapper Zeit mit einem Remis zufrieden geben. Ebenfalls mit einem Remis endete Jens' Partie. Nach zweifelhafter Eröffnungsbehandlung seitens des Erfurters konnte Stephans Gegner seine Vorteile nicht nutzen und geriet sogar in Nachteil. Besser machte es da (leider) Tims Gegner, der mit den Weiß gegen einen Holländer früh bequem stand und letztlich gewann. Peter geriet nach unambitionierter Eröffnungsbehandlung langsam in Nachteil und musste letztlich dankbar für das gegnerische Remisgebot sein. Blieb noch Wiede, dem es nicht gelang seinen Mehrbauern in etwas Zählbares zu verwandeln, was wieder eine knappe Niederlage bedeutete.

Medizin geriet gegen Marburg trotz eines weiteren Sieges von Matthias Jakob - nun mit 3/3 - recht schnell in Rückstand. Bei 1,5-3,5 liefen schließlich noch drei Partien, in denen die Erfurter sich bemühten, den Rückstand aufzuholen. Doch nachdem zuerst Gunnar Kirschbaum seinen Mehrbauern nicht verwerten konnte, endeten die Partien von Kristin Müller-Ludwig und Huy Dat Nguyen (siehe Foto) ebenfalls remis.

Letztlich kehrte man also mit leeren Händen zurück und bleibt im hinteren Teil der Tabelle. Die nächsten Chancen bieten sich aber bereits in der 4. Runde gegen die Frankfurter Teams von BvK (Empor) und FTV (Medizin).

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